Eröffnung der Ausstellung "75. Gedenkjahr Weiße Rose"

Ortsverein

Neufahrn. SPD Ortsverein: Am Pfingstmontag lud der SPD Ortsverein Neufahrn i. NB die Bevölkerung zur Eröffnung der Wanderausstellung „75. Gedenkjahr Weiße Rose“ in die Evang.-Luth. Friedenskirche in Neufahrn ein.

Bei schönstem Pfingstwetter sind knapp 60 Besucher, unter ihnen auch Vertreter der Kirche, der Politik und den Vereinen, der Einladung gefolgt.

 

Nachdem der Evang.-Luth. Pfarrer Jörg Gemkow die zahlreichen Besucher im Gotteshaus persönlich begrüßt hatte und als musikalische Umrahmung das Lied „Weiße Rose“ von Konstatin Wecker gespielt wurde schloss sich der Ortsvorsitzende des SPD Ortsvereins Alex Stigler den Grußworten mit dem Zitat „Siehst Du, dies ist doch das Eigentliche, was allem Tun noch einen Sinn und Wert gibt, dass es noch Menschen gibt, mit denen man zusammen leben kann, weil sie gleiche Anschauungen haben.“ von Willi Graf aus dem Jahr 1941 an.

Anschließend bedankte sich der Ortsvorsitzende bei den unermüdlichen Helfern für die Unterstützung zur Vorbereitung der Ausstellung.

Sein Dank richtete sich aber vor allem an die Evang.-Luth. und Kath. Kirche, sowie an die  zahlreichen Geschäfte für die Bereitschaft die Ausstellung zu unterstützen. Es konnten immerhin 13 Geschäfte entlang der Hauptstraße gewonnen werden, welche einzelne Bilder für die Öffentlichkeit in den Schaufenstern für die nächsten 7 Tage ausstellen.

Dadurch entstand eine Bilderreihe mit dem Ausgangspunkt in der Evang.-Luth. Kirche über die Schaufenster der Geschäfte in der Hauptstraße bis hin zur Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, wo am kommenden Sonntag im Anschluss an den Gottesdienst durch den Kath. Pfarrer Josef Dotzler die Abschlussveranstaltung abgehalten wird.

Im Anschluss an das Grußwort des SPD Ortsvorsitzenden Alex Stigler folgte der Regionalgeschäftsführer des DGB Niederbayern Andreas Schmal mit seinem Grußwort an die Anwesenden. In seinen Ausführungen ging Andreas Schmal hauptsächlich an die Erinnerungen, welche 2 Seiten hat, ein:

Zu einen um Lehren aus der Vergangenheit nicht zu vergessen. Um zu lernen für die Zukunft und Fehler nicht zu wiederholen. Zum anderen als Versprechen an all jene, die in gefährlichen Zeiten ihre Werte höher schätzen als die vermeintliche Pflicht. Als Versprechen an diejenigen, die nicht bequem sind.

Nach der Begrüßung und den Grußworten führte Ruth Müller (MdL) die aufmerksamen Zuhörer in die Ausstellung ein. Ruth Müller stellte als erstes fest, dass es bereits gute Tradition ist dass Ausstellungsreihen, welche vom AK Labertal organisiert werden, in der Evang.-Luth. Kirche in Neufahrn Station machen. Sowohl die Bonhoeffer-Ausstellung 2010 als auch die Ausstellungsreihe „Flucht und Vertreibung“ 2015 waren hier zu Gast. In diesem Zusammenhang ging ihr Dank an Katrin Hagendorn vom AK Labertal und Martin Auer vom Ortsverein Schierling, die maßgeblich daran beteiligt waren dass die inzwischen 14-wöchige Ausstellung „Weiße Rose“ zu einem solch großen Erfolg geführt hat.

Die „Weiße Rose“ ist heute zum Symbol geworden, zum Symbol für Freiheit, Verantwortung, Gewissen und Toleranz. Heute ist die Menschenwürde im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland als unantastbar definiert. In der NS-Vergangenheit war das nicht so. Da galt der Satz. „Du bist nichts, Dein Volk ist alles“. Die Erinnerung an diese Zeit kann uns aber auch vor Augen führen, wie schnell sich ein demokratischer Staat in eine Diktatur verwandeln kann und wie zerbrechlich eine Zivilgesellschaft ist, führte Ruth Müller weiter aus.

Zum Schluss ihrer Ausführungen erinnerte Ruth Müller noch daran dass viele Schulen heute die Namen der Mitglieder der „Weißen Rose“ tragen und bewirken das, was der 25jährige Medizinstudent Willi Graf in seinem Abschiedsbrief an seine Schwester schrieb: „Jeder Einzelne trägt die ganze Verantwortung. Für uns aber ist es die Pflicht, dem Zweifel zu begegnen und irgendwann eine eindeutige Richtung einzuschlagen.“

Im Schlusswort durch den Ortsvorsitzenden Alex Stigler wurde den Zuhörern das weitere Programm der Ausstellung noch einmal vorgestellt. Anschließend bestand für alle Besucher bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit des Austausches.

Symbolisch für die Ausstellung „Weiße Rose“ bekam jeder weibliche Besucher zum Schluss eine weiße Rose vom Ortsvorsitzenden Alex Stigler überreicht.